Der August, der sternschnuppenreichste Monat des Jahres

2022-09-10 12:01:26 By : Mr. Jason Shen

Der August ist besonders günstig für Sternschnuppenjäger. Der Ringplanet Saturn und die Milchstrasse sind besonders gut zu sehen. Vom James-Webb-Teleskop erhoffen sich die Astronomen weitere wichtige Erkenntnisse über das Universum.

Vollmond: Freitag, 12. August, im Sternbild Steinbock.

Neumond: Samstag, 27. August, im Sternbild Löwe.

Merkur: In unserer Region kann er nicht beobachtet werden. Gegen Ende des Monats erscheint er in südlicheren Regionen im Westen kurz vor der Abenddämmerung.

Venus: Sie leuchtet am Morgenhimmel.

Mars: Er geht kurz vor Mitternacht auf und kann in der zweiten Nachthälfte beobachtet werden.

Jupiter: Am Anfang des Monats geht er um etwa 23 Uhr auf und gegen Ende des Monats um 22 Uhr. Er kann vor allem in der zweiten Nachthälfte beobachtet werden.

Saturn: Er geht um etwa 21 Uhr auf und wird zum Planeten der ganzen Nacht.

Die Milchstrasse zieht sich von Nordosten quer über den Himmel bis in den Südwesten. An klaren Abenden kann man die sich verbreiternde Milchstrasse deutlich sehen. In ihr befinden sich Sternbilder mit hellen Sternen. In der Meridianregion leuchtet ein Stern am westlichen Rand der Milchstrasse besonders hell. Es ist der Stern Wega im Sternbild Leier. Er gehört zu den Sternen, die sich, astronomisch betrachtet, in der Nähe der Sonne befinden, er ist nur 25 Lichtjahre von ihr entfernt.

Wesentlich weiter entfernt ist dagegen der Stern Deneb im Sternbild Schwan. Deneb leuchtet ebenfalls sehr hell. Der Stern ist ein Überriese, der vom blauen Stadium – sehr heiss – allmählich in das rote Stadium – kühler – übergeht. Deneb erzeugt in einer Minute so viel Energie und Licht wie die Sonne in einem Monat.

Obschon der Stern zirka 1500 Lichtjahre entfernt ist, leuchtet er hell. Schon diese Tatsache zeigt, dass der Stern viel grösser als die Sonne sein muss. Auf der Sternkarte ist mit roten Linien ein Dreieck eingezeichnet, das die drei Sterne Wega, Deneb und Atair im Sternbild Adler verbindet. Es ist das Sommerdreieck mit den hellen drei Sternen, die als Orientierungshilfe dienen.

Atair ist ein relativ heller Stern, der von der Sonne 17 Lichtjahre entfernt ist. Er ist fast doppelt so gross wie die Sonne und hat eine elfmal grössere Leuchtkraft.

Nach der Darstellung der Griechen fliegen Adler und Schwan in südlicher Richtung. Wir wenden uns nun zwei Sternbildern mit weniger hellen Sternen zu: dem Herkules und dem Schlangenträger. An klaren Abenden sind beide gut zu erkennen. Ganz im Süden, in der Meridianregion, sehen wir viele helle Sterne. Sie gehören zum Sternbild Schütze. Die Ekliptik – das ist die Sonnenbahn – geht knapp nördlich an diesem Sternbild vorbei.

Ende Dezember zieht die Sonne am Sternbild Schütze vorbei. Westlich dieses Sternbildes erkennen wir das Sternbild Skorpion mit seinem rötlichen Stern Antares. Im Osten erscheinen die Planeten Saturn im Steinbock und Jupiter in den Fischen. Das Sternbild Steinbock rückt bereits in die Meridianregion vor, und der Ringplanet wird zu einem schönen Beobachtungsobjekt.

Der August ist der sternschnuppenreichste Monat des Jahres. Das Maximum an Sternschnuppen ist in der Nacht vom 12. auf den 13. August zu erwarten.

Am 12. August wird der Vollmond zwar in seinem Licht einige Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus verblassen lassen. Bis zum 24. August werden noch Nachzügler des Perseiden-Sternschnuppenschwarms zu sehen sein. Einzelne Sternschnuppen huschen aus andern Sternregionen zusätzlich über den Himmel.

Mit dem neuen James-Webb-Weltraumteleskop beginnt für die Astronomie eine neue Ära der Forschung. Im Februar dieses Jahres erreichte die Sonde mit dem neuen Teleskop den Lagrange-Punkt 2 im Weltall.

Das ist ein Ort in 1,5 Millionen Kilometer Entfernung hinter der Erde auf der Achse Sonne–Erde, an dem sich die Gravitationskräfte der Sonne und der Erde die Waage halten. Das Teleskop wurde erfolgreich am Lagrange-Punkt 2 abgesetzt und sandte nach dem Auffalten der 18 Spiegelsegmente bereits erste Bilder. Das Teleskop arbeitet ausschliesslich im infraroten Spektralbereich. Infrarotlicht dringt durch interstellare Gaswolken im Universum hindurch und erweitert die Sicht ins Universum um ein Vielfaches.

In einigen Strahlenbereichen ist das neue Teleskop 100-mal empfindlicher als das Hubble-Space-Teleskop. Das erlaubt es den Astronomen, wesentlich mehr über das Universum zu erfahren, vor allem über den Anfang des Universums. Am 11. Juli präsentierten die Nasa und die ESA ein farbgetreues Bild vom Universum, das es bisher noch nie zu sehen gab.

Im Juli präsentierte der amerikanische Präsident Joe Biden in einer Ansprache stolz den Erfolg der Nasa/ESA. Dass es vor 13 Milliarden Jahren schon so viele Galaxien gab, wusste man bisher noch nicht. Die neuste Entdeckung: eine Galaxie, die 500 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden ist.

Das James-Webb-Space-Teleskop ist das teuerste Teleskop, das je gebaut worden ist. Deshalb wurde es in einem Zeitraum von mehr als 20 Jahren entwickelt. Es durften keine Fehler unterlaufen, weder beim Transport noch bei der Entfaltung des Sonnenschutzschildes und der 18 Spiegelsegmente.

Beim Hubble-Space-Teleskop in zirka 500 Kilometer Entfernung wurden vier Reparaturen von Astronauten durchgeführt. Beim James-Webb-Teleskop ist eine manuelle Reparatur nicht mehr möglich.

Jedes Spiegelsegment hat einen Durchmesser von 1,3 Meter. Ein Spiegel wurde leider durch einen Mikrometeoriten irreparabel beschädigt. Doch die restlichen Spiegel sind intakt. Die Spiegel wurden mit Gold bedampft. Die Techniker haben das Teleskop für eine Betriebsdauer von fünf Jahren ausgelegt.

Weil der Flug zum genau richtig errechneten Zeitpunkt erfolgte, konnte Treibstoff gespart werden. Es gab keine Korrekturmanöver. Nun reicht der Treibstoff sogar für rund zehn Jahre. Das ist wieder eine Errungenschaft heutiger Präzision bei solchen Unternehmungen.